Kunstwerk des Monats
Wechselnde Blicke auf regionale Kunst
Im Januar 2023 hat eine neue Projektreihe im Schloss Brake begonnen, die von der Kulturagentur des Landesverbandes Lippe und deren Kunsthistorikerinnen Dr. Mayarí Granados und Vera Scheef betreut wird: Das „Kunstwerk des Monats“. Ziel des Projektes ist es, besondere Arbeiten von zeitgenössischen regionalen Künstlerinnen und Künstlern auszustellen und genau unter die Lupe zu nehmen.
Dazu wurde das Erdgeschoss des Verwaltungsgebäudes im Schloss Brake umgestaltet und die dort präsentierten Skulpturen von Heinrich Drake und Karl Ehlers in die Nachlassausstellung im 1. und 2. Obergeschoss integriert. So gibt es nun einen großzügigen Ausstellungsort für Skulpturen, Objekte oder Installationen von regionalen zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern, die als Auftakt zu den Bildhauerausstellungen von Heinrich Drake und Karl Ehlers in den Obergeschossen einen spannenden, wechselnden Akzent setzen.
Sechzehntes Kunstwerk:
Anna Grebner – reflection of an old moon
Die Installation ‚reflection of an old moon’ von der Künstlerin Anna Grebner zeigt malerische, skulpturale Objekte eingebettet in Dolomitensand. Die Objekte, sogenannte ‚Fundstücke’ wurden, angelehnt an Techniken der japanischen Malerei, sowie mit eigens hergestellten Pigmenten der Künstlerin gefertigt. Dabei wurde u.a. mit: Gofun, dem japanischen Muschelpigment; Ryukyu-‐Ai Pigment (Indigo-‐Pigment aus Okinawa); SHELL-‐23, dem eigenen Miesmuschel Pigment der Künstlerin; sowie Silber gearbeitet.
Mit Dolomitensand wurde unter den Arbeiten eine wellenartige Formulierung im Sand auf dem Sockel inszeniert, angelehnt an einen japanischen Zen-Garten, aber auch an die Spuren im Sand von Wasser, Wind, Mensch.
Das wichtigste Weiß in der Japanischen Malerei ist das Muschelpigment Gofun 胡粉.
Es wird aus meterhohen Bergen von Austernschalen gewonnen, welche meist zehn Jahre am Strand der Witterung ausgesetzt sind und dann gereinigt, zerkleinert und zu feinem, weißen Staub gemahlen werden.
Die Strände auf der Insel Zamami (Okinawa) sind weiß.
Es sind weiße Strände aus Korallenskeletten.
Wenn man am Strand entlangläuft, knirscht und knackt es laut.
Zwischen den Skeletten aus Kalk befindet sich unübersehbar der menschliche Ozeanmüll von weither und ganz nah. Auf eine bizarre Art und Weise strahlen diese Fundstücke eine unbekannte Schönheit aus. Die Eingebundenheit des Menschen in seine Umwelt zeigt sich auf Okinawa auf viele verschiedene Weisen.
Und während wir auf die dunklen blau-schwarzen Wellen schauten, in denen sich
der aufgehende Mond spiegelte, zermahlten unsere Schritte die vielen Korallenskelette unter unseren Füßen zu feinstem weißen Pulver.
Anna Grebner wurde in Sinalunga, Italien, geboren. Sie studierte von 2019-2025 (Diplom) an der Kunstakademie in München bei Prof. Karin Kneffel, Toulu Hassani und Prof. Thomas Eggerer sowie von 2023-2024 an der Okinawa Prefectural University of Arts (Japan) Japanische Malerei 日本画.
Kunstwerk des Monats – Anna Grebner: reflection of an old moon, Installation, 2025
29. Januar 2026 bis 20. März 2026, Foyer Schloss Brake (Verwaltungseingang Landesverband Lippe), Schlossstr. 18, 32657 Lemgo. Öffnungszeiten: Mo-Do von 10 bis 16 Uhr, Fr von 10 bis 12 Uhr. Eintritt frei
Weitere Arbeiten von Anna Grebner sind vom 27. Januar 2026 bis zum 22. März 2026 in der Ausstellung “evergreeen / EVERGR333N. Eine Spurensuche. 1690-2023 – Engelbert Kaempfer in Japan | Anna Grebner in Okinawa“ im Hexenbürgermeisterhaus in Lemgo zu sehen.
Die Ausstellung wird präsentiert von der Engelbert-Kaempfer-Gesellschaft Lemgo, dem Museum Hexenbürgermeisterhaus und der Künstlerin Anna Grebner.

Abb: Dr. Mayarí Granados (Kulturagentur Landesverband Lippe) und Künstlerin Anna Grebner mit der Installation “Reflection of an old moon”, 2025. © Foto: Peggy Pfaff, Landesverband Lippe.
Kunstwerk des Monats – Anna Grebner. Reflection of an old moon, Installation, 2025. © Foto: Peggy Pfaff, Landesverband Lippe.











