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Malerstadt Schwalenberg

Die lange Tradition Schwalenbergs als Malerstadt und Künstlerkolonie reicht bis in das ausgehende 19. Jahrhundert zurück, als die Kleinstadt abseits der von den Metropolen geprägten Moderne aufgrund der Schönheit der Landschaft, der stillen Harmonie und der außergewöhnlichen Lichtverhältnisse zum Geheimtipp der impressionistischen Landschaftsmalerei wurde. Maler aus den großen Städten wie Düsseldorf und Berlin kamen nach Schwalenberg, um hier Freilichtstudien zu betreiben und sorgten dann mit der Präsentation ihrer dort entstandenen Werke in den Großstädten für die Popularität Schwalenbergs, das schon bald als „Malerstadt“ und „Malerkolonie“ bezeichnet wurde. Hans Bruch, Hans Licht, Robert Koepke, Robert Kämmerer, Friedrich Eicke u.a. sind Künstler, die den Ruf der Malerstadt begründet haben. In den verwinkelten Gassen des Städtchens fanden sie pittoreske Motive und die sanft hügelige Landschaft hat sie zu zahlreichen Werken inspiriert. In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts waren besonders die Schwalenberger Gasthöfe Treffpunkte der Künstler, wobei vor allem die „Künstlerklause“, deren Fassade Motive aus dem Leben der Schwalenberger Bevölkerung darstellt, zu Ruhm gelangte.

Nach der Blütezeit der Malerstadt folgte, unter anderem bedingt durch den Zweiten Weltkrieg, eine Phase der Stagnation. In diesen Nachkriegsjahren kamen nur noch wenige Künstler in die Stadt. Ansässig war von 1949 bis 1977 allein der Maler Robert Kämmerer-Rohrig.

Seit 1978 knüpfen der Landesverband Lippe – Kulturagentur – und die Stadt Schieder-Schwalenberg mit regelmäßigen Kunstausstellungen und Kunst-Events an diese Tradition an. Durch die Setzung zeitgemäßer kultureller Akzente wurde die alte Malerstadt mit neuem künstlerischen Leben erfüllt. Höhepunkte im Kunstbetrieb der Stadt sind die 10-12 Ausstellungen pro Jahr, die in der Städtischen Galerie/Museum und dem Robert Koepke Haus stattfinden. Dabei ist das Robert Koepke Haus der Präsentation zeitgenössischer Kunst von jungen, vielversprechenden Künstlern vorbehalten, während in der Städtischen Galerie/Museum in Anknüpfung an die Tradition der Malerstadt neben den Werken der alten lippischen Maler Kunst aus verschiedenen Stilepochen geboten wird. Die im zweijährigen Turnus stattfindende Kunstnacht mit besonderen Events und Ausstellungseröffnungen sowie Kooperationen mit anderen Kulturinstitutionen ergänzen das vielseitige Programm.

Des weiteren findet jedes Jahr für einen Zeitraum von vier Wochen die Schwalenberger Sommerakademie statt. Dabei können Kunstinteressierte Kurse in verschiedenen Sparten der Bildenden Kunst unter Leitung von professionellen und pädagogisch erfahrenen Künstlern belegen. Das Angebot reicht von den verschiedenen Maltechniken (Öl, Acryl, Eitempera und Gouache) über Zeichnen und Aktzeichnen bis zur Bildhauerei und zur Druckgrafik.

Die intensive Pflege als Maler- und darüber hinaus auch als Trachtenstadt sowie das umfassende Angebot im Bereich der Kunst haben Schwalenberg nicht nur als Fremdenverkehrsort, sondern auch als Schauplatz kultureller Ereignisse weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannt gemacht.

Die Malerstadt Schwalenberg ist Mitglied bei EuroArt, Europäische Vereinigung der Künstlerkolonien. www.euroartcities.eu

Hans Northmann (*1883 Hamburg), Die Tinne, Öl /Leinwand, 1928.

Friedrich Eicke (Düsseldorf/ Goldap, Berlebeck 1883-1975): Markt in Schwalenberg, Öl / Leinwand um 1925

Robert Kämmerer d.Ä. (Kassel / Berlin, 1870 –1950): Das Mörth bei Schwalenberg im Herbst, Öl / Hartfaser 1925

Fotos der Gemälde: Ulrich Heinemann


Kontakt

 

Dr. Mayarí Granados

Kulturagentur

 

Bismarckstr. 8

32756 Detmold

05231-9925-422
Mail: m.granados@landesverband-lippe.de

 

Kunstverein Schieder-Schwalenberg

Stadt Schieder-Schwalenberg